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Szeniale Musiken: Pop trifft auf Klassik und Experiment

Die Szeniale 2026 im Gelsenkirchener KreativQuartier Ückendorf stellt uns dieses Jahr eine zentrale Frage: „Worauf wollen wir noch warten?“ Die musikalische Antwort darauf gibt es nicht in einem einzigen Satz, sondern in einer faszinierenden Vielfalt an Klängen, die von minimalistischen Klavierstudien über feministische Songwriting-Projekte bis hin zu energiegeladenem Funk reichen. Besonders spannend ist, wie die Musik unterschiedliche Perspektiven auf das Thema „Warten“ und „Aufbruch“ einnimmt:

Das Experiment: Das Label 99 rockets records macht mit „Waiting Again“ das Warten selbst zum Teil der Kunst. In einem kuratierten Konzertformat wird die Zeit zwischen den Songs bewusst inszeniert, um Emotionen von Sehnsucht über Vorfreude bis hin zu Stillstand spürbar zu machen.

Die Klassik-Dekonstruktion: Im UmBauLabor setzt Andreas Fröhling mit Erik Saties Werk „Vexations“ einen bewussten Gegenpol zur Schnelllebigkeit. Die Anweisung, ein kurzes Stück 840-mal hintereinander zu spielen, verwandelt das Konzert in ein stundenlanges Ausharren und eine meditative Erfahrung.

Die politische Vision: Das Projekt „Songs für eine feministische Zukunft“ der MädchenMusikAkademie NRW nutzt Musik als Werkzeug für Empowerment. Hier wird hinterfragt, worauf wir noch warten, wenn wir uns eine feministische Zukunft in Gelsenkirchen wünschen.

Der Aufbruch: Während Daniel Avens & The Cascading Waters mit Indie-Folk dazu aufrufen, alte Muster zu durchbrechen und Solidarität aktiv zu leben, bringt Mylène Kroon mit ihrer „Electronic Philosophic Music“ (EPM) philosophische Tiefgründigkeit in analoge Beats.

Den Abschluss bildet ein Doppelkonzert in der Heilig-Kreuz-Kirche. Hier treffen die weltoffenen, jazzigen Grooves von PADISTA auf die pure Energie der Motherfunkers. Letztere setzen ein klares Zeichen gegen die Passivität: Sie warten nicht, sondern gestalten das Hier und Jetzt mit einer mitreißenden Mischung aus Jazz und Funk.

Die Szeniale beweist einmal mehr, dass Kultur in Ückendorf weit mehr ist als Unterhaltung – sie ist ein Raum für Reflexion, Begegnung und den Mut, einfach anzufangen.

Mehr zu den Szeniale-Musiken findet ihr im Spielplan >

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