Skip to content

Vom Abbruch und Aufbruch

K. Roland Berger

Unsere Städte sind niemals fertig. Sie sind lebendige Organismen, die sich in einem ständigen Prozess aus Zerstörung und Neuschöpfung befinden. Vom Abbruch und Aufbruch ist eine Fotoausstellung, die sich explizit mit den Umbrüchen im urbanen Raum befasst und den stetigen („Warte“-)Wandel der Stadtlandschaft dokumentiert sowie den Moment des Übergangs: den Zustand zwischen dem, was war, und dem, was werden könnte. Über die Bilder wird der urbane Raum als Spiegel unserer gesellschaftlichen Prioritäten sichtbar gemacht – dort, wo Beton weicht und neue Freiräume entstehen und wo alte Identitäten womöglich verschwinden.

Die gezeigten Werke werfen uns eine zentrale Frage auf: Warten wir lediglich passiv auf den Wandel, oder befördern wir ihn aktiv? In einer Zeit des Klimawandels und wachsender urbaner Verdichtung müssen wir uns fragen, ob wir dem Tempo dieser Transformation gewachsen sind. Es geht nicht nur um die bauliche Veränderung, sondern darum, welche Vision von Stadt wir verfolgen: Wollen wir eine Stadt der glatten Fassaden oder einen lebenswerten Raum, der soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und menschliche Begegnung in den Mittelpunkt stellt?

Die Ausstellung regt dazu an, über die eigene Wahrnehmung nachzudenken. Wie prägen diese Brüche unsere Erinnerungen? Jeder Abriss ist ein Verlust eines vertrauten Ortes, jeder Aufbruch womöglich eine Chance für eine mutige Stadtentwicklung. Die Bilder laden uns dazu ein, den urbanen Raum nicht als gegeben hinzunehmen, sondern ihn als gestaltbaren Prozess zu begreifen.

Karographie / Bergmannstr. 32 / 11:00 – 19:00