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Anschläge – Stimmen einer Stadt

Emscherbote Medienkollektiv

Worauf wollen wir noch warten? Mit dieser Frage bricht das Emscherbote Medienkollektiv das Schweigen über Themen, die Gelsenkirchen seit Jahrzehnten begleiten: Armut, Leerstand, Migration und politische Frustration. In einem temporär umgewandelten Medienstudio wird der öffentliche Raum zur Diskussionsfläche. Hier erhalten die Menschen der Stadt eine Bühne, um unmittelbar, ungefiltert und auf Augenhöhe Gehör zu verschaffen.

Das Projekt ist als partizipatives Experiment konzipiert, das eine bewusste Brücke zwischen Gestern und Morgen schlägt: Die Kombination aus analoger Technik – mechanischen Schreibmaschinen und Mikrofonen – und digitaler Verbreitung via Live­stream symbolisiert das Spannungsfeld der Stadt. Während die Herausforderungen oft alt sind, liegen ihre Lösungen in der Gegenwart und Zukunft. Die analoge Form zwingt zur Konzentration und Materialität, während der digitale Stream die Stimmen öffentlich macht, teilbar macht und sie in eine lebendige, digitale Sound- und Textcollage verwandelt.

Besucher*innen sind jederzeit eingeladen, spontan einzutreten und ihre Gedanken beizusteuern – ob wütend, poetisch, politisch oder visionär. Während Textfragmente im Schaufenster sichtbar werden, fließen die Audio-Statements in einen fortlaufenden Stream ein. Ergänzt wird dieses offene Format durch gezielte Themensessions, die Fragen zur „Stadt der Zukunft 2040“, zu Sicherheit, Freiheit und dem urbanen Miteinander aufwerfen.

„Anschläge“ schafft so einen Raum für Dialog und Sichtbarkeit jenseits etablierter Kanäle und lädt dazu ein, Teil eines lebendigen Archivs der Stadtstimmen zu werden.

GeOrgel / Bochumer Str. 150 / 11:00 – 18:00