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RUHEPOTENZIAL

Tim Holland & Lukas Hermann

Wir warten permanent: an der Straßenbahnhaltestelle, auf eine Nachricht oder darauf, dass sich die Welt verändert. Das Projekt RUHEPOTENZIAL erforscht diese oft, aber nicht immer unfreiwillige Tätigkeit literarisch und musikalisch. Die mehrteilige Text-Klang-Installation zeigt so, dass Warten kein reiner Stillstand ist. Inspiriert von der Neurobiologie, in der das Ruhepotenzial die zwingende Voraussetzung für jedes Aktionspotenzial und jede Bewegung ist, spüren die Künstler der verborgenen Energie des Ausharrens nach.

Als inhaltliche Basis dienen philosophische Gedankenspiele, aber auch reale Sorgen der Gelsenkirchener*innen. Worauf warten die Menschen hier? Auf das Ende der Baustelle Bochumer Straße? Den ÖPNV? Dass der Döner wieder drei Euro kostet? Diese und viele weitere Perspektiven auf das Warten werden in dichten Hörstücken erlebbar. Musikalisch wird dabei klassische Wartemusik („Muzak“) elektronisch verfremdet, Spoken Word eingewoben und auch Techno produziert.

Das Ergebnis ist ein faszinierendes Kaleidoskop des Wartens, das sich über sieben Stationen über das Festivalgelände der SZENIALE erstreckt. QR-Codes an Spielorten und Haltestellen laden euch dazu ein, mit dem Smartphone in diese Klangwelten einzutauchen. Das Projekt verbindet die Schauplätze der SZENIALE mit einem weiteren roten Faden und macht das Festivalmotto für alle im Vorbeigehen erfahrbar.

Begegnungen mitten im Festivalgeschehen / 11:00 – 19:00