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We Who Do Not Belong

Soko Jena

„We Who Do Not Belong” ist ein Solo-Tanztheaterstück, das sich mit den emotionalen, politischen und spirituellen Aspekten der Zugehörigkeit in einer Welt auseinandersetzt, die von Vertreibung, Grenzen und sich wandelnden Identitäten geprägt ist.
Im Kern stellt das Stück eine Frage, die tief mit dem Festivalthema „Worauf warten wir?” resoniert: „Was tut ein Körper in Bewegung, wenn er nicht mehr warten kann – auf Sicherheit, auf Anerkennung, auf einen Ort, an dem er frei existieren kann?“

Das Stück schöpft aus SoKo Jenas simbabwischem Erbe und verwebt traditionelle Bewegungen, rituelle Praktiken, Atmung und Stimme mit zeitgenössischem Tanz und visuellen Projektionen. Durch diese Verschmelzung eröffnet die Performance einen viszeralen Raum, in dem persönliche und kollektive Geschichten aufeinanderprallen. „Ich benutze meinen Körper als Archiv – er trägt das Gewicht der Migration, die Narben rassistischer Gewalt und die stille Widerstandskraft derer, die weiterhin nach einem Ort suchen, an den sie gehören.“

Ein zentrales Material in dem Stück ist Stoff. Stoff wird sowohl zur Landschaft als auch zum Begleiter: die Erinnerung an eine Heimat, die über Grenzen hinweggetragen wird, das Terrain der Abreise und Ankunft, der instabile Boden, auf dem diejenigen, die nicht dazugehören, ständig das Gleichgewicht halten müssen. Während ich mich durch ihn bewege, markiert Sand die Spuren des Körpers – eine Choreografie des Verschwindens und der Rückkehr. Er erinnert an Fragilität, aber auch an Kontinuität: Was entschwindet, bleibt dennoch bestehen.

Projektionen von sich verändernden Bildern und Texturen dienen als Externalisierung innerer Zustände: Grenzüberschreitungen, Erinnerungsfragmente, Momente des Bruchs und imaginäre Zukünfte. Die Bildsprache ist bewusst sparsam, aber atmosphärisch, sodass das Publikum seine eigenen Erzählungen auf die Bühne projizieren kann. Die Klanglandschaft verbindet Atem, Stimme und Klangtexturen und verankert die Performance in einer Welt, die sich sowohl intim als auch weitläufig anfühlt.

„We Who Do Not Belong” spricht direkt die drängenden Themen der Gegenwart an: Migration, Rassismus, Identitätspolitik und die Realität von Körpern, die durch Systeme der Ausgrenzung verwundbar gemacht werden. Gleichzeitig handelt das Werk nicht nur von Schmerz. Es handelt von Beharrlichkeit, Vorstellungskraft und dem radikalen Akt, auf der eigenen Präsenz zu bestehen.

Die Performance entführt das Publikum  in eine emotionale Landschaft, die zwi­schen Bruch und Widerstandsfähigkeit oszilliert und keine Lösungen bietet, sondern einen Raum des empathischen Zeugnisses.

Heilig Kreuz-Kirche / ab 18:30
Frankeplatz, Bochumer Str. 115